+++ Neue Vorstandsnachrichten: Heimattag 2019 und Treffen 2020 +++

+++ Die Termine für 2019 finden Sie hier +++

Kirchenburg Tartlau - UNESCO-Welterbestätte seit 1999

.

28. Burzenländer Arbeitstagung - Burzenländer planen Jubiläumsjahr 2011

Vor 800 Jahren berief der ungarische König Andreas II. den Deutschen Orden zwecks Grenzverteidigung und Kumanenmission nach Siebenbürgen. In einer 1211 ausgestellten Urkunde wurde das Burzenland dabei erstmals erwähnt. Diesem Jubiläum widmen sich das Pfingsttreffen in Dinkelsbühl, das Sachsentreffen am 17. September in Kronstadt und viele andere Kultur- und Begegnungsfeste in Deutschland und Siebenbürgen. Wie sich die Burzenländer dabei einbringen können, berieten 48 Ortsvertreter auf ihrer 28. Burzenländer Arbeitstagung vom 8. bis 10. April 2011 in Crailsheim.

Die HOG-Regionalgruppe Burzenland wird den Heimattag in Dinkelsbühl zusammen mit dem Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD) und dem Hilfskomitee mit ausrichten. 1998 hatten die Burzenländer schon einmal das große Pfingsttreffen mitgestaltet. Die Organisation des Heimattages sei inzwischen professioneller geworden, wobei die Jugend sehr viel Verantwortung übernehme, stellte Regionalgruppenleiter Karl-Heinz Brenndörfer lobend fest. Selbst die Aufgaben des Mitausrichters werden neuerdings in einem Leitfaden aufgelistet, was für die Organisatoren sehr hilfreich sei.

HOG-Vorsitzende mit Wappen bei der Tagung der Regionalgruppe Burzenland. Foto: Heike Mai-Lehni, April 2011.

Mit Blick auf das Jubiläumsjahr beschrieben („blasonierten“) die Burzenländer Heimatortsgemeinschaften schon 2010 ihre Wappen aufgrund von geschichtlichen Vorlagen und registrierten sie in der Ostdeutschen Wappenrolle (OWR). Es handelt es sich um Vereins- oder Körperschaftswappen, die von den Heimatortsgemeinschaften in Deutschland und örtlichen Einrichtungen im Burzenland verwendet werden können. Die Wappen wurden schon im Heimatkalender 2011 abgebildet. Der soeben von der HOG-Regionalgruppe herausgegebene Sonderband „Das Burzenland und seine Wappen“ enthält alle in der Ostdeutschen Wappenrolle registrierten Burzenländer Wappen in Farbe, mit Registriernummer, Wappenbeschreibung und -begründung. Diese Wappen sind auch auf den neuen Wappenschildern zu sehen, mit denen die Heimatortsgemeinschaften in Dinkelsbühl auftreten werden.

Nicht nur beim Festumzug am Pfingstsonntag wollen die Burzenländer eine starke Präsenz zeigen, sondern bieten auch mit dem „Zeidner Wunderkreis“ am Samstag eine Attraktion und bringen sich organisatorisch beim Abzeichenverkauf unter der Regie von Heike Mai-Lehni ein.

Nach den beiden Musikantentreffen, die 2008 und 2010 in Friedrichroda in Thüringen stattfanden, werden die Burzenländer am Pfingstsonntag um 13.15 Uhr in Dinkelsbühl erstmals ein Konzert der Vereinigten Burzenländer Blaskapellen bieten. Dafür wurde extra Notenmaterial erstellt. Den Organisatoren, den Familien Klaus Oyntzen und Helfried Götz, gebührt ein großer Dank für diese Initiative. Für das Platzkonzert in Dinkelsbühl suchen sie noch dringend Verstärkung. Interessierte Musikanten werden gebeten, sich bei Klaus Oyntzen, Telefon: (0 78 21) 98 19 09, zu melden.

Eine Reise durch „Das Burzenland in Liedern und Sagen“ gestalten der Jugendbachchor Kronstadt, das Zeidner Gesangstrio und die Zeidner Bläsergruppe in der Brauchtumsveranstaltung am Pfingstsamstag. Der Jugendbachchor unter Steffen Schlandt wirkt zudem in der Festveranstaltung am Samstag und beim Pfingstgottesdienst mit. Anschließend unternimmt der Chor, mit Unterstützung der HOG-Regionalgruppe Burzenland, der Landesgruppe Baden-Württemberg und der HOG Kronstadt, eine kleine Konzertreise mit Auftritten am 13. Juni in Gundelsheim und am 14. Juni in Stuttgart. Mit Hilfe der Burzenländer Heimatortsgemeinschaften ist es Steffen Schlandt gelungen, ein Heft mit Heimatliedern aus allen Burzenländer Gemeinden zusammenzutragen und mit Landschaftsmalereien zu illustrieren. Das Buch wird von der evangelischen Honterusgemeinde Kronstadt herausgegeben. Zudem nimmt der Jugendbachchor Anfang Mai eine CD auf. Sowohl das Liederheft als auch die CD werden schon zu Pfingsten in Dinkelsbühl zum Verkauf angeboten.

Auch das Deutsche Kulturforum östliches Europa berücksichtigt das Jubiläum in seinen Planungen. Der Historiker Dr. Harald Roth vom Fachreferat Geschichte/Länderreferat Südosteuropa konzipiert die Ausstellung „800 Jahre Burzenland“ für den Heimattag in Dinkelsbühl. Die Ausstellung mit den gleichen Vorlagen wird dann in Zusammenarbeit mit dem Kronstädter Jugendforum auf dem Marktplatz in Kronstadt und in anderen Burzenländer Gemeinden gezeigt. Die Ausstellung wird zweisprachig erstellt und bringt auf diese Weise siebenbürgisch-sächsische Geschichte und Kultur auch der rumänischen Bevölkerung nahe.

Die Rede an der Gedenkstätte hält Wolfgang Wittstock, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen im Kreis Kronstadt. Auch diese Besetzung zeigt, wie eng die Sachsen von hüben und drüben zusammenarbeiten.

Anlässlich des Sachsentreffens reisen dann die HOG-Vertreter vom 14. bis 23. September 2011 ins Burzenland. Es ist eine gute Gelegenheit, den Gedankenaustausch weiter zu vertiefen. Die Burzenländer HOGs pflegen traditionell enge Beziehungen zu ihren Gemeinden und ihren dort lebenden Landsleuten. Seit vier Jahren findet ein intensiver Informationsaustausch zwischen dem Kreisforum Kronstadt und der HOG-Regionalgruppe statt.

In diesem Sommer ist mit zahlreichen Besuchern zu rechnen, Konzerte (Musica Barcensis, Diletto Musicale) und weitere kulturelle Höhepunkte werden im ganzen Burzenland geboten. Hier einige Termine: 26. Juni: Gartenfest in Brenndorf, 2. Juli: Interethnische Festveranstaltung „800 Jahre Burzenland“ in Neustadt, 3. Juli: Waldgottesdienst bei Nußbach, 7. August: Burgfest in Petersberg, 13.-14. August: Begegnungsfest in Honigberg, 21. August: Bartholomäusfest in Bartholomae, 8.-10. September: Drittes Begegnungsfest in Zeiden, und als Höhepunkt am 17. September das Sachsentreffen in Kronstadt.

Mehrere Publikationen befassen sich mit Kronstadt und dem Burzenland. Neben Harald Roths „Kleine Stadtgeschichte“ über Kronstadt und Harald Zimmermanns Neuauflage des Buches „Der Deutsche Orden in Siebenbürgen“, die bereits erschienen sind, sei auf eine geplante Burzenland-Broschüre des Archivars Gernot Nussbächer hingewiesen.

Anlässlich des 21. Sachsentreffens in Kronstadt hält der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde seine Jahrestagung dort zum Thema „Der Deutsche Orden im Burzenland“ ab und veranstaltet eine Studienfahrt. Die 26. Internationale Siebenbürgische Akademiewoche von Studium Transylvanicum ist für den 11. bis 19. September ebenfalls in Kronstadt geplant.

Ein Ferienprogramm können Jugendliche an vier Terminen im Juni und vom 4. bis 10. August 2011 in Anspruch nehmen. Die Jugendlichen wohnen im Pfarrhaus in Brenndorf und erkunden von dort aus die Geschichte, Traditionen, Sehenswürdigkeiten des Burzenlandes und der Umgebung. Anmeldung beim Brenndorfer Kurator Manfred Copony (siehe Ankündigung im Jugendforum der Siebenbürgischen Zeitung vom 30. April, Seite 14).

Man darf gespannt sein, wie die Mehrheitsbevölkerung die Burzenländer Feierlichkeiten aufnehmen wird und inwiefern sie sich mit der siebenbürgisch-sächsischen Geschichte identifiziert. Die Erfahrungen sind recht unterschiedlich. Während die politische Gemeinde in Neustadt die interethnische Feier am 2. Juli finanziell unterstützt und ein Zeichen für das gute Miteinander setzt, wird zurzeit am Fuße der Marienburg eine riesige Kläranlage aus Fördergeldern der rumänischen Regierung und Europäischen Union gebaut. Viele Sachsen empfinden dieses Vorhaben als pietätlos und als eklatanten Verstoß gegen das vor 800 Jahren errichtete Denkmal, das Hauptsitz des Deutschen Ordens war und heute zusehends verfällt.

Auf der 28. Burzenländer Arbeitstagung wurde zudem eine kurze Bilanz der letzten vier Jahre gezogen. Erfolgreiche Großprojekte der HOG-Regionalgruppe Burzenland waren die erwähnte Wappenregistrierung und die Herausgabe einer DVD mit einem Dokumentationsfilm Günter Czernetzkys über die erste Reise der HOG-Regionalgruppe in das Burzenland im Mai 2006.

Die Arbeit des Vorstandes wurde sehr positiv bewertet. Deshalb wurde der alte Vorstand einstimmig wiedergewählt, die Wahlleitung hatte Rainer Lehni, Stellvertretender Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen und stellvertretender Vorsitzender der Zeidner Nachbarschaft, inne. Regionalgruppenleiter ist Karl-Heinz Brenndörfer (Heldsdorf), sein Stellvertreter Udo Buhn (Zeiden), Rose Chrestels (Neustadt) bleibt Schriftführerin und Krimhild Bonfert (Schirkanyen) Kassenwartin. Rechnungsprüfer sind Harald Zelgy (Nußbach) und Manfred Binder (Petersberg).

Die HOG-Regionalgruppe Burzenland betreibt unter der Adresse www.burzenland.de ein Internetportal mit Terminen, Bildergalerien, geschichtlichen Daten des Burzenlandes und Links zu den Webseiten der Heimatortsgemeinschaften.

Thema des Burzenländer Kalenders 2012 sind die evangelischen Kirchen, gesehen aus seitlicher Perspektive. Die Aquarelle werden abermals von Sylvia Buhn gemalt. Udo Buhn obliegt die Organisation und Gestaltung des beliebten Kalenders, der seit 1993 von der HOG-Regionalgruppe herausgegeben wird.

Auch nach dem Jubiläumsjahr haben die Burzenländer noch viel vor. Die 29. Arbeitstagung ist für den 20. bis 22. April 2012 wieder in Crailsheim-Westgartshausen geplant. Die Ortsvertreter werden sich dabei mit der aktuellen Jugendarbeit und der Wirtschaftsgeschichte des Burzenlandes befassen.


Quellen: Ersterscheinung in "Siebenbürgische Zeitung", 30.04.2011.

Autor: Siegbert Bruss

Erstellt: 30. April 2011 - 18:01. Geändert: 6. Januar 2012 - 11:43.