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Komponist von Blasmusik

Der herausragende Komponist von Blasmusik, Hans Bruss, ist seit Jahren eine feste Größe in der Volksmusikszene. Als aktiver Musiker, aber vor allem auch als Komponist, hat er sich einen Namen gemacht.

Mit dem Titel "Vom Egerland bis Oberkrain" ist es den Autoren Michael Klostermann und dem Siebenbürger Sachsen Hans Bruss gelungen, den "Egerländerklang" in besonderer Weise mit dem Stil der slowenischen Oberkrainer zu verbinden. Es ist die erste Komposition für Blasmusik, die beim Finale des "Grand Prix der Volksmusik" antritt. Der Wettbewerb wird am 30. August 2008, ab 20.15 Uhr, im ZDF live aus Zürich übertragen. Hans Bruss hofft auf einen ähnlichen Erfolg wie beim deutschen Vorentscheid.

Michael Klostermann und seine Musikanten, vereint mit den "Original Jungen Oberkrainern", hatten sich am 21. Mai beim deutschen Vorentscheid für das Finale in Zürich qualifiziert. "Das ist ein wunderbares Zeichen gegenüber den Programm-Verantwortlichen, dass echte, handgemachte Musik sehr wohl noch ihr Publikum findet und eine Berechtigung in Fernsehen und Radio hat", erklärt Bruss im Gespräch mit der Siebenbürgischen Zeitung. Hans Bruss spielt seit 1995 als Klarinettist in Michael Klostermanns Orchester und ist für dessen "Sound" bei Live-Konzerten und den Tonträgerproduktionen verantwortlich. Klostermann schätzt seine musikalischen und technischen Fähigkeiten sowie seine menschlich sympathische Art. "Gerade die jüngsten Erfolge beim Grand Prix der Volksmusik wären ohne ihn bestimmt nicht möglich gewesen", betont Klostermann, dessen Blasorchester zurzeit zu den besten Ensembles im Bereich der Böhmischen Blasmusik gehört. "Hans Bruss ist ansteckend musikalisch, authentisch lebendig, fordernd und nicht verwöhnend, ehrlich und absolut überzeugend. Eben nicht die auf der Oberfläche schwimmende Ente, sondern der in seinem Element eingetauchte Fisch im Wasser."

Hans Bruss, Komponist und vielseitiger Musiker. Foto: privat.

Geboren am 4. Februar 1956 in Tartlau im Burzenland, hatte Hans Bruss schon als Kind den ersten Kontakt zur Musik. Sein Vater leitete die örtliche "Junge Blasmusik", und etliche Instrumente standen zu Hause bereit. Den ersten Musikunterricht (Akkordeon) erhielt er als Siebenjähriger von Ernst Fleps, auf dessen Anraten die Eltern den begabten Jungen von 1970 bis 1975 auf das Kronstädter Musiklyzeum schickten. Von 1977-1981 studierte er Musikpädagogik am Konservatorium "Ciprian Porumbescu" in Bukarest und wirkte anschließend, bis zur Ausreise 1984, als Musiklehrer in Bistritz und Tartlau. Seit 1985 unterrichtet Bruss Klarinette/Saxofon und andere Instrumente an der Musikschule Darmstadt-Dieburg.

Eine entscheidende Rolle in seiner Entwicklung spielte die Oberkrainer Musik. Schon in der neunten Klasse, 1971, gründete er ein Quintett in Tartlau, das unter dem Namen "Burzenländer TV-Musikanten" auch im rumänischen Fernsehen auftrat und zum Abschied eine LP bei Electrecord einspielte, worauf auch einige der ersten Bruss'schen Kompositionen zu hören waren. Professionelle Erfahrung mit Blasmusik sammelte er von 1978 bis 1981 als Klarinettist bei der "Karpatenshow", einem von Stefan Bretz aus Bukarester Musikstudenten zusammengestellten Blasorchester.

Zum Schreiben von Blasmusik ist Bruss auf Umwegen gekommen. In Deutschland versuchte er sich zunächst an Big-Band Arrangements, Oberkrainer und Schlagerkompositionen, u.a. für die Geschwister Hoffmann. Eine Wende bekam sein musikalisches Leben durch die eingangs erwähnte Zusammenarbeit und Freundschaft mit Michael Klostermann. "Seine mustergültige Auseinandersetzung mit der Böhmischen Blasmusik weckte in mir eine ähnliche Leidenschaft", erklärt Bruss. Neue Stücke entstanden: "Braumeisterpolka", "Kronstädter Mädchen", "Wie in alten Zeiten", "Kronenfest". Bruss hat bisher über 100 Kompositionen, darunter volkstümliche Schlager, Oberkrainer Walzer und Polkas, Stücke im böhmischen Stil, geschrieben und über 30 Notenbücher, vorwiegend im DEHASKE Verlag, veröffentlicht.

Zudem betreut Bruss mittels moderner Computertechnik Audio-Aufnahmen und CD-Produktionen. Mit seinen mobilen Aufnahmemöglichkeiten kann er jeder Blaskapelle in ihrer gewohnten Umgebung, etwa im Proberaum, zu hochqualitativen CD-Aufnahmen verhelfen sowie sie hinsichtlich des Repertoires, vor allem der Stilistik der Böhmischen Blasmusik, beraten. Bruss hat als Tontechniker u.a. CDs der siebenbürgischen Blaskapellen in Pfungstadt, Rüsselsheim, Augsburg und Ingolstadt produziert. Kontakt: Hans Bruss, Kantstraße 9, 64319 Pfungstadt, Telefon: (0 61 57) 8 87 86 begin_of_the_skype_highlighting (0 61 57) 8 87 86 end_of_the_skype_highlighting, E-Mail: hans.bruss [ät] t-online.de.


Quelle: Ersterscheinung in "Siebenbürgische Zeitung", 15.08.2008.

Autor: Siegbert Bruss

Erstellt: 20. Dezember 2009 - 18:33. Geändert: 19. September 2010 - 11:52.