Hier der Link zum Kulturkalender 2017 aus Siebenbürgen

Wer hat Lust Bäm Brännchen mitzusingen?

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Kirchenburg Tartlau - UNESCO-Welterbestätte seit 1999

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Lage

Tartlau liegt im südöstlichen Teil Siebenbürgens, dem Burzenland. Siebenbürgen ist heute Teil Rumäniens, blickt aber, was seine Zugehörigkeit anbelangt, auf eine wechselvolle Geschichte zurück.

Rumänien

Rumänien (rumänisch: România) ist eine Republik in Europa, seit 2007 Vollmitglied der EU, die sich von der Pannonischen Tiefebene bis zum Schwarzen Meer erstreckt.

Karte Rumäniens

Es liegt in der Übergangszone zwischen Mittel-, Süd- und Osteuropa. Im Süden grenzt es an Bulgarien, im Westen an Serbien und Ungarn, im Norden an die Ukraine und im Osten an Moldawien und das Schwarze Meer.

Es hat eine Fläche von 238.391 km². Die Landschaft wird etwa zu je einem Drittel von Gebirge, Hochland und Ebene eingenommen.

Siebenbürgen

Siebenbürgen, auch Transsilvanien, (rumänisch Ardeal oder Transilvania, ungarisch Erdély) die Zentralregion Rumäniens im südöstlichen Mitteleuropa ist ein historisches und geographisches Gebiet im südöstlichen Karpatenraum mit einer abwechslungsreichen Geschichte.

Karte Siebenbürgens

Die Ostkarpaten (rumänisch Carpaţii Orientali, ungarisch Keleti-Kárpátok) trennen Siebenbürgen von Moldau und Bucovina, die Südkarpaten (auch Transsilvanischen Alpen, rumänisch Carpaţii Meridionali, ungarisch Déli-Kárpátok) von der Walachei, ein Teil des Westgebirges (rumänisch Munţii Apuseni, ungarisch Nyugati-havasog) vom Kreischgebiet. Siebenbürgen hat eine Fläche von etwa 57.000 km².

Die staatliche Zugehörigkeit hat sich im Laufe der letzten tausend Jahre mehrfach geändert:

Ab dem 12. Jahrhundert gehörte dieses Gebiet bis zur großen Kokel und ab dem 13. Jahrhundert ganz Siebenbürgen zu Ungarn.

Von 1541-1687 war Siebenbürgen selbständiges, aber den Türken tributpflichtiges Fürstentum.

Nach dem Sieg des österreichischen Heeres über die Türken bei Ofen (1687) wurde es Habsburgische Kronkolonie, Leopold der I. bestätigt deren Autonomie.

1867 durch den staatsrechtlichen Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn wird Siebenbürgen wieder Ungarn zugeteilt.

Seit 1918 gehört Siebenbürgen zu Rumänien, auf der Grundlage der in den Jahren 1919 und 1920 geschlossenen Pariser Vorortverträge (fünf geschlossene Friedensverträge zum Ende des 1. Weltkrieges).

Dieser rege Wechsel in der Zugehörigkeit trieb sonderbare Blüten. So wurde an der Brukenthalschule in Hermannstadt erst Latein (14. Jahrhundert), dann deutsch, dann ungarisch, dann rumänisch und mittlerweilen wieder deutsch unterrichtet.

Burzenland

Das Burzenland (rumänisch Ţara Bârsei, ungarisch Barcaság) ist ein historisches, siedlungsgeschichtlich bedeutsames Gebiet im Südosten Siebenbürgens, benannt nach dem Fluss Burzen (rumänisch Bârsa).

Das geographisch geschlossene Gebiet stellt eine Binnensenke innerhalb des Karpatenbogens dar. Die Nordgrenze bildet der Oberlauf des Alt (rumänisch Olt), nach Osten, Süden und Westen wird es von Gebirge begrenzt.

Es wird begrenzt von den Orten: Marienburg (rumänisch Feldioara, ungarisch Földvár) im Norden, Rosenau (rumänisch Râşnov, ungarisch Barcarozsnyó) im Südwesten und Tartlau (rumänisch Prejmer, ungarisch Prazsmar) im Südosten.

Dem Burzenland gehören 16 freie Gemeinden an: im ländlichen Bereich sind es: Brenndorf, Heldsdorf, Honigberg, Marienburg, Neustadt, Nussbach, Petersberg, Rothbach, Tartlau, Weidenbach, Wolkendorf, Schirkanyen und die Städte: Kronstadt (mit Bartholomä, Blumenau, Martinsberg und oberer Vorstadt), Rosenau und Zeiden.

Das Burzenland bildet eine geschlossene Einheit und hat im Laufe der Geschichte eine deutliche Wesensverschiedenheit im Vergleich zum sogenannten "Alten Land" (das erste deutsche Siedlungsgebiet in Siebenbürgen) entwickelt. Nicht zuletzt auch wegen seiner geschichtlichen Sonderstellung in Siebenbürgen.

Während der Landstrich zwischen Broos und Draas, zwischen Mieresch und Alt, sowie das Nösnerland zur Regierungszeit Geisas II. (1141-1162) von deutschen Einwanderern besiedelt wurde, sind die deutschen Ortschaften des Burzenlandes Gründungen des deutschen Ritterordens, der 1211 von Andreas II. zum Schutze der Südostgrenzen seines Reiches gegen die Kumanen, zur Stärkung des Königtums gegenüber den Machtbestrebungen des Adels und in der Hoffnung auf Gewinnung von Neuland nach Siebenbürgen berufen wurde.

Tartlau

Tartlau (rumänisch Prejmer, ungarisch Prazsmar) ist ein Ort im Südosten des Burzenlandes, es ist die östlichste deutsche Siedlung. Tartlau liegt an der Strecke Kronstadt (rumänisch Braşov, ungarisch Brasso) - Intorsura Buzăului, 18 km nordöstlich von Kronstadt entfernt.

Die Gründung von Tartlau erfolgte in den Jahren 1212/1213 (Urkundenbuch I.). Schon bei der Gründung wurden vier fast parallel verlaufende, leicht gekrümmte Hauptstraßen angelegt: Kronengasse, Gassmergasse, Göllnergasse und Steinreg. Der Marktplatz mit Freiraum für weitere bauliche Entfaltung wurde in der Ortsmitte angelegt.

Wegen der Nähe zum Bosauer Pass (diesem vorgelagert) war Tartlau in seiner frühen Geschichte Einfallstor nach Siebenbürgen und wurde oft von östlichen Eindringlingen belagert, gebrandschatzt und verwüstet. Aber dazu kommen wir gleich...


Autor: Kordula E. Orendi

Erstellt: 18. Januar 2010 - 21:05. Geändert: 21. Februar 2010 - 16:59.