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Kirchenburg Tartlau - UNESCO-Welterbestätte seit 1999

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Die Tartlauer Blasmusik

Wie wichtig Musik für den Menschen ist belegen immer wieder wissenschaftliche Studien, deren Ergebnisse in den verschiedensten Medien erscheinen. Insbesondere für Kinder ist das Erlernen eines Instrumentes seiner Entwicklung sehr förderlich. Im regen Leben unserer dörflichen Gemeinschaft hat die Musik eine große Rolle gespielt. Den Gottesdienst mit Hilfe von Musik zu verschönern, sei es vokal oder instrumental, war ein ständiges Bestreben der Pfarrer. Die festlichen Veranstaltungen der Kirche und Gemeinde konnte man sich ohne Musik nicht vorstellen. Dazu kam noch das gesellige Leben in Form von Tanzveranstaltungen, welche für die Jugend zum festen Bestandteil des Lebens gehörten. Desgleichen war an Schulfesten, Jubiläumsfesten der Vereine, Hochzeiten und anderen Gelegenheiten die Musik nicht weg zu denken. Die Namen und Zusammensetzung der Musiktreibenden haben sich im Laufe der Zeit verändert, sich angepasst: Musik-Chor, Musikgesellschaft, Adjuvanten, Bläserchor, Musikkapelle, Blasmusik, Männerchor, Gesangverein, Kirchenchor, Streichorchester usw.

Erste schriftliche Aufzeichnungen

In den Protokollbüchern des Tartlauer Consistoriums und Presbyteriums, so wie im Gedenkbuch und den verschiedenen Chroniken findet man schriftliche Hinweise, welche uns zeigen, dass die Musik immer ein wichtiger Bestandteil im Leben der Tartlauer war.

Im Gedenkbuch kann man lesen: „Im Jahre 1820 den 15. Juni hat Pfarrer Johann Georg Clompe eine Sammlung von zehn deutschen Messen, für 3 Stimmen, 2 Violinen und Orgel ... aus seinem Eigenen gekauft ... und der Tartlauer Kirche geschenkt. Welche Messen dann mit Wissen der Kirchenväter Johann Teutsch und Michael Kaufmes, im Beisein der beiden Prediger Michael Ziegler und Martin Goldschmied dem damaligen Rektor und Chor-Direktor Martin Schuster zum Gebrauche übergeben worden sind.“

Im Protokoll Nr. 11 aus dem Jahr 1826 lesen wir: „... ob es keine Mittel gäbe ... einige jungen Leute ... zur Übung dieser Kunst aufzumuntern, damit beim Gottesdienst eine bessere Musik aufgeführt werden könne.“

Im Jahr 1840 findet man im Protokoll Nr. 19 den Antrag des Musik-Chor auf Anschaffung von je zwei Fagotten und B-Klarinetten.

Anlässlich seiner Installation als Pfarrer 1874 in Tartlau bemerkt Franz Sindel im Gedenkbuch, dass die „wohlgeschulte Musikkapelle auf weißen Rossen nicht fehlte...“

1879 wird in gleicher Weise Bischof Dr. G. D. Teutsch zur Visitation „... mit 120 Reiter und dem ansehnlichen Musikchor von 18 Mann...“ von Kronstadt abgeholt.

1885 fragt Rektor Friedrich Schmidt im Presbyterium an, wie es denn mit den Adjuvanten stehe.

1914 kam es bei den Vorbereitungen zum Gustav-Adolf-Fest bei der Blasmusik zu Streitigkeiten.

An dieser Stelle sei bemerkt, dass der Generationen-Konflikt, sprich „junge“ und „alte“ Blasmusik, sich wie ein roter Faden durch die letzten zwei Jahrhunderte zieht. Es gab meistens zwei Blasorchester. Trotz Streitigkeiten wurde immer wieder eine Lösung gefunden und es wurde in Tartlau weiter Musik gemacht, ja die Konkurrenz bewirkte oft eine Leistungssteigerung hinsichtlich der Qualität.

Die Chormusik hatte Ende des 19. Jahrhundert einen besonderen Aufschwung. Das Bedürfnis deutsche Volkslieder mehrstimmig zu singen führte zur Gründung des Tartlauer Gesangvereins mit Männerchor und Gemischtem Chor. Die Leiter der Chöre und auch der Blas- und Sreichorchester waren meistens Lehrer.

Im ersten Drittel des 20. Jahrhundert gab es eine Blütezeit des Violinspiels unter Lehrer Emil Wilk, welche sich als Streichorchester niederschlug. In seinem Wirken legte Emil Wilk großes Gewicht auf Musik und Tanzen.

Zum geselligen Leben in Tartlau hatte die Blasmusik auch mit ihrem Aufspielen in der „Turnschule“ beigetragen. Die Turnschule war ein freier Platz neben dem Kirchenkastell, abgegrenzt von der Allee gegenüber den drei deutschen Schulen, so genannt seit dem 19. Jh., weil der Turnunterricht dort stattfand und auch die Jugendlichen in ihrer Freizeit an den fest aufgebauten Geräten Sport treiben konnten.

Neugründung

Der 2. Weltkrieg war ein schmerzlicher Einschnitt nicht nur im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich, sondern auch im menschlichen Bereich.

Die seit Jahrhunderten gewachsene sächsische Gemeinschaft wird in ihren Grundfesten erschüttert und droht zu zerbrechen. Krieg und Verschleppung nach Russland sind ein großer Aderlass, dazu kommt die kommunistische Herrschaft mit Enteignung und keiner weiß wohin es geht.

Man schrieb das Jahr 1946. Vier junge Burschen (Walter Schmidt, Michael Zerbes, Kurt Schiel und Wilhelm Batschi) beschlossen Musik zu machen. Ein Gespräch mit Hans Plontsch ging positiv aus, „...wenn jeder Fleiß und etwas Begabung mitbringen würde“. Es gelang die nötigen Instrumente zu besorgen, welche alt und verbeult waren. Geprobt wurde zunächst in der Küche im Hause Plontsch. Noten und Musikstücke wurden in weiser Vorschau schon 1944 aus dem Notenarchiv in der Schule sicher gestellt.

Im Frühling 1948 war es so weit: die Bläsergruppe spielte der Jugend im Kirchenkastell zum Tanz auf, wo Alt-Lehrer Emil Wilk Tanzunterricht erteilte. Die Quadrille war sein Steckenpferd. Trotz einiger Misstöne, musikalisch gesehen, war die Begeisterung groß. Dieser angenehmen Freizeitbeschäftigung setzte die Obrigkeit aber bald ein Ende. Eines Sonntag Nachmittags stand plötzlich der stämmige Gendarmerie-Chef in der Eingangstür. Die Musikanten wurden alle namentlich festgehalten und nach Hause gejagt, Lehrer Wilk aber musste gleich mitgehen.

Endlich gab es nach langer Unterbrechung wieder Hochzeiten welche im eigenen Haus stattfanden und diese kleine Bläsergruppe war plötzlich gefragt.

Inzwischen erlernten weitere junge Burschen das Blasen und so wurde 1948 die „Neue Tartlauer Blasmusik“ gegründet mit dem Ziel, die Gemeinschaft zu stärken und das sächsische Brauchtum zu pflegen. Hans Plontsch wurde zum Obmann gewählt und war musikalischer Leiter, Schriftführer und Kassier in einer Person. Es war die erste neu gegründete Kapelle im Burzenland nach Kriegsende.

Mit jugendlichen Elan wurde der Entschluss gefasst am 1. Mai 1948 auf dem Kirchturm zu blasen. Für die jungen Männer war es ein erhebendes Gefühl in der herrlichen Morgenluft, getränkt vom Duft der blühenden Akazien, das deutsche Volkslied „Der Mai ist gekommen“ zu spielen. Der einmalige Rundblick über das Heimatdorf Tartlau hat sie immer begleitet.

In dieser Anfangszeit kam der Tod von Jugendfreund R. Stenner ganz unvorbereitet und man hatte keine Trauermärsche im Repertoire. Innerhalb von zwei Tagen wurden drei Trauermärsche einstudiert und auch das Marschieren auf dem Feldweg hinter dem Friedhof geübt.

Nach Rückkehr der Zwangsarbeiter aus Russland normalisierte sich der Alltag in Tartlau. Der Lebenswille der sächsischen Gemeinschaft war wieder da, es mehrten sich die Hochzeiten, und das Dasein der Blasmusik erwies sich als positiver Faktor in der gebeutelten Gemeinschaft. Kulturleben und Traditionen bahnten sich neue Wege in den neuen kommunistischen Gegebenheiten.

Zu den Traditionen gehörten die Tanzveranstaltungen wie Kathreinenball, Faschingsball, u.a. Da dieses sächsische Veranstaltungen waren, nahm auch nur die sächsische Jugend teil. Das gab es nur in Tartlau. So verzeichneten diese Bälle eine große Beliebtheit und einen großen Zulauf aus dem ganzen Burzenland. Dazu kamen die Schulfeste und Waldfeste. Das Aufleben solcher Traditionen verdankten wir einer gut funktionierenden Blasmusik.

Als positiv muss man heute die Kulturpolitik der Kommunisten bewerten. Diese Nische wurde geschickt und voll ausgeschöpft. Zwar sollte in den Kulturprogrammen immer etwas mit „Partei“ und „Vaterland“ vorhanden sein, aber die Programmgestalter fanden immer wieder Wege das „Sächsische“ einzubringen. Es konnte auch das Kulturhaus („Cămin cultural“) in der ehemaligen Rothschule als Probelokal für die Blasmusik genutzt werden.

Die „verordneten“ Wertungsspiele ermöglichten die musikalische Qualität zu steigern. Schon beim zweiten Konzert im Jahre 1953 unter der Leitung des hoch begabten Lehrers Hans Kirres konnte das sächsische Publikum ein vielseitiges Programm genießen.

Tartlauer Blasmusik 1957/58. Foto: Album Walter Schmidt.

Das dritte Konzert kann man als Höhepunkt dieser noch jungen Kapelle bezeichnen, mit einem anspruchsvollen Programm unter Mitwirkung eines Männer-Doppelquartetts bestehend aus: Hans Kirres, Johann Rosenauer, Ernst Fleps, Johann Batschi, Stefan Deszö, Walter Schmidt, Willi Kurmes und Johann Bruss.

Die Konzerte dieser kleinen Kapelle waren nicht nur für die Tartlauer ein großes Erlebnis, die Aufführungen begeisterten ein breites Publikum im ganzen Burzenland und darüber hinaus.

Nach dem Tod des sehr geschätzten Dirigenten Hans Kirres im Jahre 1959 übernahm Ernst Fleps die musikalische Leitung der Kapelle, der damals schon als Arrangeur und Komponist einen Namen hatte und heute noch im Alter von über 80 Jahren aktiv die „Burzenländer Blasmusik“ in der alten Heimat leitet.

An dieser Stelle muss man auch auf die rumänische Blasmusik hinweisen. Schon in den 30er Jahren gab es Anfänge eine solche zu gründen. Ende der 50er Jahre starteten Renţea Ioan und Oprea Ioan einen neuen Versuch mit eher geringen Aussichten auf Erfolg, denn ohne sächsische Aushilfen war die „fanfară“ nicht spielfähig. Die Auftritte beschränkten sich auf einige wenige rumänische Hochzeiten, so wie auf Feiern und Maifeste, „majal“ genannt. Zu Zeiten der „Colectiv“ (landwirtschaftliche Genossenschaft) fanden die spärlichen Proben in den Räumen des enteigneten Hauses von Walter Schmidt statt. Das Repertoire beschränkte sich auf einige Märsche und Walzer, sowie auf rumänische Volksmusik: horă, sîrbă, haţegană, usw.

Aber die Konkurrenz schlief nicht. Eine „junge“ Blasmusik wurde von Johann Bruss (Mühlgasse/Äschergasse) Anfang der 50er Jahre gebildet und geleitet. Mit Begeisterung ging Johann Bruss ans Werk. Er komponierte und arrangierte Musikstücke für seine jungen Musiker. Sie spielten auf einigen Hochzeiten und Festen. Nach 5-6 Jahren löste sich diese Besetzung auf und es formte sich unter Georg Teck sen. gleich eine neue „junge Blasmusik“ mit oben genanntem Johann Bruss. Das Problem des Dirigenten, sprich Ausbilder, tauchte immer wieder auf und es wurden Versuche gemacht mit Georg Wölfkes, Mitică (Militärmusiker), Ciobotaru (Philharmoniker) und Petrică. Schließlich übernahm Hans Brenndörfer Verantwortung.

Die "Junge Musik" 1967. Foto: Album Georg Teck.

Nach den Geburtswehen spielte die „Junge Musik“ endlich 1957 auf der ersten Hochzeit. Die gebotenen Gelegenheiten zu Auftritten in der Gemeinde wurden mehr und mehr wahrgenommen und es entstand eine gesunde Konkurrenz zu der nun „alten“ Blasmusik.

Die Tuchfabrik mit ihren kulturellen Veranstaltungen, die LPG Tartlau (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft oder „Kollektiv“), sächsische und rumänische Hochzeiten, Veranstaltungen der Gemeinde und Schule, usw. boten in dieser Zeit mehr und mehr Auftrittsmöglichkeiten für beide Musikkapellen.

Um der „modernen“ Musik und damit der Jugend Genüge zu tun, wurde innerhalb der Kapellen jeweils ein „Orchester“ gegründet, eine kleine Besetzung nur für Tanzunterhaltung. Auf Hochzeiten war das „Orchester“ nach der Pause ab 21 Uhr immer spielbereit.

Zehn Jahre bestanden in Tartlau zwei Musikkapellen die sich die Spielgelegenheiten friedlich teilten. Im Jahre 1967 kam es dann zur Vereinigung der beiden Kapellen. Johann Bruss (Langgasse) wurde Chef dieser „neuen“ Blasmusik und bemühte sich in vielen Extraproben das Repertoire auf einen Nenner zu bringen. Ernst Fleps blieb weiter Dirigent, obwohl er seine Tätigkeit als Musiklehrer nach Kronstadt an das Honterusgymnasium verlegt hatte.

Und wieder drängte Nachwuchs in die Öffentlichkeit. In mühsamer Arbeit hatte Hans Brenndörfer eine Jugendkapelle aufgestellt, welche am 2. Mai 1976 ihren ersten Auftritt hatte. Dass zum ersten Mal Mädchen, 11 an der Zahl, mitmachten, ist als Besonderheit hervor zu heben.

Bei allen wichtigen und feierlichen gesellschaftlichen Ereignissen wurde in der Dorfgemeinschaft auf Tradition gesetzt. Dazu gehörte, dass bei solchen Ereignissen die Blasmusik den musikalischen Rahmen schuf und damit in hohem Maße dazu beitrug, eine angemessene Atmosphäre zu schaffen. Seit Bestehen der Blasmusik gab es wohl keine Beerdigung, bei der nicht die Blasmusik den Trauerzug anführte und am Grabe des Verstorbenen diesem zu Ehren ein letztes Mal aufspielte. Genauso wenig durfte die Blasmusik auch bei fröhlichen Hochzeitsfesten fehlen: sie führte den Hochzeitszug beim Gang durch die Gemeinde an und spielte auch anschließend im Saal zum Tanze auf.

Die Blasmusik führt den Hochzeitszug an, hier bei der Hochzeit von Wilhelmine und Volkmar Kirres, 1984. Foto: Album Volkmar Kirres.

Das kulturelle Leben der stetig abnehmenden sächsischen Bevölkerung in Tartlau wurde in den 70er und 80er Jahren von der Pfarrerfamilie Johann Orendi geprägt. Die Burzenländer Chortreffen werden unvergessen bleiben, so wie die Konzerte von Chor und Blasmusik in der Kirche, Kirchenburg und die Ausfahrten mit Pfarrer Orendi ins Burzenland und darüber hinaus. Nicht zu vergessen die kulturellen Programme in sächsischer Mundart und Tracht gelegentlich der nun erlaubten Veranstaltungen der Nachbarschaften und den immer noch kontrollierten und verordneten kultur-politischen Programmen der Partei. Lehrer, Pfarrer, Nachbarväter und Blasmusik waren die treibende Kraft, aus heutiger Sicht, ein letztes Aufbäumen gegen die Auswanderungswelle, gegen den Untergang eines über 850 Jahre funktionierendes Gemeinwesens.

1987 fand in Tartlau das letzte Konzert der Blasmusik statt und 1990 löste sie sich mangels Musikern ganz auf.

Blasmusik in Deutschland

Johann Bruss (Langgasse), begnadeter Musiker, ehrgeizig, fleißig, pflichtbewusst und stur, hat sein Leben der Blasmusik gewidmet, der Musik allgemein. Mit einer außergewöhnlichen Bass-Stimme ausgestattet, hat er seit seiner Jugendzeit im Männerquartett gesungen, welches er über mehr als 50 Jahre auch heute noch leitet. Seine Auftritte sind unzählbar. Ende der 80er Jahre musste Johann Bruss der sächsischen Heimat auch den Rücken kehren, denn der Untergang des sächsischen Völkchens wurde zur Tatsache. Die in Deutschland 1981 gegründete „9. Tartlauer Nachbarschaft“ und die Organisationsformen der „Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen“ boten ihm neue Möglichkeiten der Betätigung auf musikalischem Gebiet. Natürlich packte Johann Bruss zu und der Erfolg blieb nicht aus. Zielstrebig und beharrlich gründete er 1992 eine neue Tartlauer Blasmusik und das Männerquartett funktionierte wieder, trotz der nun anders gelagerten Schwierigkeiten, sprich in ganz Deutschland verstreut lebenden Tartlauern.

Auf Betreiben von Walter Schmidt hat die Tartlauer Blasmusik im Jahr 1997 ihr „50jähriges Jubiläum seit der Neugründung“ in Langenburg/Deutschland gefeiert. Höhepunkt war natürlich das Festkonzert. Die Festansprache hielt Nachbarvater Michael Trein, in welcher er unter anderem auf die schwere Nachkriegszeit in Rumänien hinwies und das erfolgreiche Bemühen sächsische Traditionen und Brauchtum zu erhalten und zu pflegen. Trein würdigte das rege kulturelle Leben in Tartlau, in dessen Mittelpunkt die Blasmusik stand. Ohne Blasmusik wäre das nachbarschaftliche und gesellige Leben in der Gemeinde undenkbar gewesen.

Tartlauer Blasmusik in Dinkelsbühl, 1992. Foto: Album Walter Schmidt.

Was die Blasmusik betrifft, so hat sie hier in der „neuen Heimat“ neue Aufgaben gefunden. Die „Tartlauer Treffen“ sind immer wieder Gelegenheit ihr Können unter Beweis zu stellen. Einer alten Tradition folgend, wird nicht nur zur Unterhaltung Musik gemacht, es wird auch konzertante, anspruchsvolle Musik bei den Auftritten geboten. Die jährlichen „Pfingsttreffen“ der Siebenbürger Sachsen sind ein Forum, der Öffentlichkeit kund zu tun: „Wir sind die Tartlauer“! Auf vielen Veranstaltungen der Kreisgruppe Böblingen der „Siebenbürger Landsmannschaft“, sowie des „Bundes der Vertriebenen“ auf Landesebene gestaltet die Blasmusik das Programm mit.

Die soziale Funktion der Blasmusik zeigt sich auch hier in der „neuen Heimat“. Sie begleitet die Tartlauer auch bei der Beisetzung ihrer Toten und gibt ihnen das Gefühl nachbarschaftlicher Geborgenheit.


Quellen: Protokolle des Tartlauer Consistoriums und Presbyteriums; Berichte im "Tartlauer Wort" von Walter Schmidt und Peter Kaufmes.

Autor: Werner Schunn

Erstellt: 23. Dezember 2009 - 18:47. Geändert: 21. Februar 2010 - 17:06.