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Kirchenburg Tartlau - UNESCO-Welterbestätte seit 1999

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Zeittafel zur Tartlauer Geschichte

Jahr Ereignis
1211 In der Urkunde, mit der Ungarns König Andreas II. dem Deutschen Ritterorden das Burzenland verleiht, ist als Grenzfluss die "Tertillou" erwähnt, die in den Alt mündet. Der Name Tartlau bedeutet "Aue am Fluss Tartel". Der Name Tartel ist entweder dakischen oder slawischen Ursprungs. Er könnte aber sehr wohl auch auf altfranzösisch sprechende Siedler unter den Sachsen zurückgehen. Der Name könnte sich von "Tortille" - "krumm" herleiten. Tartlau hieße dann auf deutsch "Krummaue", ein Name, den man bekanntlich auch im früheren Deutsch-Böhmen findet.
1222 In einer Erneuerungsurkunde an die Adresse der Ordensritter ist von einer Stelle im Burzenland die Rede, "ubi Tartelowe cadit in Alt", wo die Tartel in den Alt mündet.
1225 König Andreas II. rückt , nicht zuletzt auch auf Forderung einer Gruppe am Hof um seinen Sohn Bela, mit einem Heer gegen die Deutschordensritter vor und vertreibt sie aus dem Burzenland.
1240 König Bela IV. verleiht dem Zisterzienserorden das Patronat und alle Einkünfte der Kirchen von Marienburg, Petersberg, Honigberg und Tartlau.
1242 Im Mongolensturm wird auch die Siedlung Tartlau samt ihrer ersten Kirche eingeäschert.
1278 Tartlau wird von den Tataren ausgeplündert.
1285 Auch bei einem neuen Einfall der Tataren, die aus ihren Sitzen in der heutigen Ukraine über die Karpaten vorstoßen, wird der Ort Tartlau niedergebrannt.
1336 Zwischen 1336 und 1345 ist Tartlau mehrmals das Ziel tatarischer Reiterangriffe und Plünderzüge.
1360 Der siebenbürgische Woiwode (das slawische Wort bedeutet Fürst, Regionalherrscher) lässt einen Sohn "Petri de Prasmar", eines Peters von Tartlau, vorladen. Das ist die älteste Erwähnung des ungarischen Namens von Tartlau. Der Name Prasmar ist slawischen Ursprungs und bedeutet Umfriedung. Er weist wohl auf die ursprüngliche Befestigung der Siedlung mit Wall und Hecken hin.
1377 Aus einem Königlichen Privileg, das Kronstadt und den Burzenländern rechtliche Vorteile bringt, wird die Zusammengehörigkeit Kronstadts und der zwölf anderen freien Gemeinden in seinem Umland in einem eigenen Gerichts- und Verwaltungsbezirk bekräftigt.
1385 "Conradus Conradi plebanus de Tartla" - ein Bürger aus Tartlau ist urkundlich bezeugt als Student der Universität von Wien.
1387 Eine Delegation von Burzenländern erwirkt bei König Sigismund die Bestätigung von Freiheiten, die ihnen 1353 und 1364 zugesichert worden waren. Der Gesandtschaft gehört auch ein "Andreas de Torthlew" an.
1421 Die Türken zerstören Tartlau.
1431 Wieder zerstören die Türken den Marktort.
1460 Ein gewisser Anthonius aus Kronstadt bewirbt sich um die Stelle des Schulleiters von Tartlau. Er kann dabei ein Leumundszeugnis eines Bischofs vorlegen, das er dem Tartlauer Pfarrer übergibt.
1493 Großer Türkeneinfall nach Siebenbürgen, unter dem auch die Tartlauer schwer zu leiden haben.
1501 Türkische Räuber überfallen das Dorf Tartlau. Sie dringen über den Hof eines verlassenen Adelshauses ein, das der Adelsfamilie Tyl gehört hatte. Die Türken erbeuten 6000 Goldgulden und versuchen, die Kirchenburg zu stürmen, als die Zugbrücke heruntergelassen wird. Zum Glück für die Verteidiger bricht die Zugbrücke unter der Last der anstürmenden Räuberhorde zusammen und die Türken stürzen in den tiefen Wassergraben.
1502 Der Adlige Albert Beldi de Bodola erwirbt sowohl ein Haus in Tartlau als auch Ländereien im Osten des Gemeindegebiets. Zwischen den Tartlauern und der Adelsfamilie Beldi entwickelt sich so etwas wie eine Erbfeindschaft. Erst im Jahr 1861 wird ein Schlussstrich unter die Streitigkeiten gesetzt werden.
1508 Der Adlige Petrus Beldi kommt mit einer Kommission nach Tartlau und erklärt, sein Besitz reiche bis zu dem in der Äschergasse fließenden kleinen Tatrang oder "Tartelchen". Als er sich unvorsichtigerweise aus seiner Kutsche herausneigt, um die beanspruchte Grenzlinie anzuzeigen, wird ihm von einem Tartlauer Wagnermeister mit einer Breitaxt der Kopf abgeschlagen. Der Totschlag hat für die Tartlauer schwere Folgen: Die Gemeinde muss ein hohes Wehrgeld zahlen.
1510 "Tarteln" wird, gemäß einer zeitgenössischen Statistik von "230 Hauswyrt, 4 Sedler, 11 Wytwen, 8 Armen, 3 Mulner, 1 Klokner, 12 Hyrten und 6 Deyner" bewohnt. Im Ort befinden sich "16 Wustheuser, 1 Schul, 1 Kyrchenhaus und eyn Edelhoff".
1513 Die Tartlauer standen tief in der Kreide bei dem Distrikt und der Stadt Kronstadt. Wegen des Totschlags an Peter Beldi mussten die Tartlauer ein immenses Wehrgeld in Höhe von 488 Gulden entrichten. Wie sich aus der Kronstädter Stadtrechnung - dem Kommunal-Haushalt - ersehen lässt, hat Krondstadt den Tartlauern einen Kredit gewährt, den diese innerhalb von fünf Jahren zurückgezahlt haben.
1516 Der Kronstädter Ratsherr Clemens Bogner reist an den Königshof in Ofen (Budapest), um finanzielle Unterstützung für den Wiederaufbau der Tartlauer Kirchenburg zu erhalten. Diese war bei einem Erdbeben im Jahr 1516 erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden.
1520 Tartlau wird in einer Brandkatastrophe größtenteils zerstört.
1529 Bei einem Einfall der Moldauer wird Tartlau von den feindlichen Truppen niedergebrannt.
1529 Die Kirchengemeinde ist, wie überliefert wird, im Besitz eines Goldkelchs, auf dem sich ein Goldschmied mit der Inschrift "Hedschen Henricus faciendum me fecit 1529" verewigt hat.
1544 Der Kronstädter Stadtpfarrer Jermias Jekel, der 1535 evangelisch geworden ist und geheiratet hat, legt freiwillig sein Amt zugunsten des Reformators Johannes Honterus nieder und wird Pfarrer in Tartlau.
1547 Die Türken fallen wieder einmal ein und plündern den Ort Tartlau aus. Das Gleiche wiederholt sich bereits vier Jahre später.
1550 Vier Mitglieder des Rats von Kronstadt nehmen Tartlau und die anderen Burgen des Burzenlandes in Augenschein, um festzustellen, ob überall genügend Waffen, Büchsen, Munition und Lebensmittel vorhanden sind.
1552 Der Herrscher des Fürstentums Moldau fällt im Juli ins Burzenland ein, zerstört die Umfassungmauern Tartlaus und belagert die Kirchenburg, die er beschießen lässt. 76 Kanoneneinschüsse zählen die in der Burg zusammengepferchten Menschen. Dennoch kann die Burg nicht erobert werden.
1556 Von der geistlichen und weltlichen Obrigkeit wird festgelegt, dass der Pfarrer von Tartlau einen Prediger zu halten hat und ihm jährlich 35 Gulden zahlen muss. Dem Schulmeister hat "der ratth", der Gemeinderat, seine Arbeit mit 32 Gulden zu entgelten.
1562 Tartlau wird erneut von einer Brandkatastrophe heimgesucht. Der ganze Ort brennt Anfang Juli ab, "so daß die Leute alles einbüßten", auch die Kirchenburg wird schwer in Mitleidenschaft gezogen.
1583 Die Kirchenburg erleidet durch ein Erbeben erhebliche Schäden.
1586 Der siebenbürgische Fürst Sigismund Bathori residiert einige Tage in der Tartlauer Kirchenburg.
1599 Michael, Woiwode der Walachei, mischt sich in die internen siebenbürgischen Machtkämpfe ein. Sein Heer lagert zeitweise bei Tartlau, wo es nach dessen Abzug kein einziges bewohnbares Haus mehr gibt - und viele ermordete Bürger zu beklagen sind, die sich nicht rechtzeitig in die Kirchenburg retten konnten.
1600 Kosaken fallen über das Burzenland her und "ein kosakischer Hauptmann lässt 20 Tartler fangen, die Augen ausbrennen und hernach spießen".
1611 Truppen des ungarisch-siebenbürgischen Fürsten Gabriel Bathory brennen Dörfer nieder unter anderen Tartlau, Petersberg, Weidenbach, die Kronstädter Altstadt, Neustadt, Rosenau, Wolkendorf, Zeiden, Tohan, Neudorf und Krebsbach. Nicht genug - im selben Jahr fallen die Türken wieder ein: "Den 17. September kam der Amir Bassa mit Türken und Tataren so unvermutet durch die Bodza nach Tartlau, dass er 80 Personen auf dem Felde gefangen nahm." Die Truppen Bathorys, der die Kronstädter in die Knie zwingen will, lagern rund um Tartlau. Die Wiederstandskraft der Tartlauer wird durch die ständigen Überfälle, unter anderem auch durch die Szekler, allmählich gebrochen. Der Ort sagt sich in der Not los von Kronstadt.
1612 Bei der nächsten sich, im wandelnden Kriegsglück, bietenden Gelegenheit schlagen sie sich aber wieder auf die Seite der Kronstädter. Der Tartlauer Richter Johann Krentz weist in einem Schreiben an den Kronstädter Magistrat den Vorwurf des Verrats zurück. Er unterstreicht, dass Tartlau die Stadt Kronstadt weiter als ihr Oberhaupt betrachtet: "Wir erkennen, dass wir ohne die Stadt, welche nach Gott unsere Krone ist, nur Spott und gleich nichts sein."
1620 Zwischen 1620 und 1652 wüten siebenmal Feuerbrünste innerhalb der Mauern Tartlaus.
1658 Ein Chronist berichtet: "Am 20. und 21. August bringen die Tartaren viele von sonst geraubten Leuten, Ungarn, Rumänen und Sachsen nach Tartlau und stellen sie beim Kroner Tore zum Verkaufe aus. Die Kinder unter 2 bis 3 Jahren wurden um 2 bis 3 Taler und die großen und starken Leute um 10 Taler verkauft, und alles, was nicht verkauft werden konnte, wurde niedergehauen und an Ort und Stelle verscharrt. Es konnten aber wegen dem großen Geldmangel und aus Erbarmen kaum die sächsichen Seelen abgekauft und gerettet werden."
1658 Im selben Jahr fallen die Türken unter einem Großwesir mit 100.000 Mann ein, ein Tataren-Chan, ein türkischer Pascha aus der Dobrudscha und die Woiwoden der Fürstentümer Moldau und Walachei wollen sich diese Gelegenheit zum Plündern und Morden nicht entgehen lassen und überfluten mit ihren Truppen als erstes das Burzenland. Kronstadt kauft sich mit 20.000 Talern vom Angriff frei. "Tartlau, Honigberg, Petersberg wurden verbrannt", hält ein Chronist fest, "nur die Burgen hielt der entschlossene Widerstand der Bauern".
1663 Auf türkischen Befehl ziehen Moldauer und Tataren und Kosaken aus der Ukraine durchs Burzenland, um die türkischen Truppen zu verstärken, die gegen die Österreicher kämpfen. "Etzlich tausend" aus dieser Truppe lagern bei Tartlau und richten große Schäden auf den Kornfeldern an.
1704 Kuruzzen (ungarische Aufständische gegen die habsburgischen Kaiser in Wien) wüten in Tartlau, plündern in einer Überrumpelungsaktion die Kirchenburg, verschleppen den Ortsrichter, der an den Folgen der Folterung stirbt. "Den 14. April kommen die Kuruzzen zurück", hält ein zeitgenössischer Chronist fest, "und stecken die ganze Gemeinde in Brand. Zwei Kuruzzen werden beim Plündern durch die Tartlauer Frauen erschlagen und eben in Folge dieses Totschlags wurde die Gemeinde niedergebrannt." Drei Männer werden dabei umgebracht. "Alle Einwohner reterieren ins Schloß". Noch mehrmals wird Tartlau bis 1708 Opfer von kuruzzischen Plünderern.
1706 Kaiserliche Truppen besetzen die Kirchenburg.
1711 In diesem Jahr "grassiert unterm Rindvieh in Tartlau eine solche Pest, daß sogar die Hasen im Felde krank wurden und tot liegen blieben".
1718 In diesem und im darauffolgenden Jahr wütet die Pest in Tartlau und reisst große Lücken in die Bürgerschaft. Am Ende bleiben zum Beispiel nur 24 Familien übrig, bei denen Vater und Mutter überlebt haben. 1781 Tartlauer Bürger werden in der zweijährigen Pestepidemie dahingerafft. 181 Häuser haben keine Bewohner mehr und verfallen. Ein Chronist notiert, dass man nach der Katastrophe einen Bauernhof für einen Laib Brot und zwei Maß Schnaps kaufen kann.
1755 Thomas Tartler, Pfarrer in Tartlau von 1751-1770, verfasst eine Ortsgeschichte mit dem Titel "Tartlauer Chronica oder Historie von dem königl. Markt Tartlau in dem Burzenländischen Distrikte".
1756 Eine Brandkatastrophe sucht Tartlau am 21. April heim: "Abends zwischen 9 und 10 Uhr geht in Tartlau ein Feuer aus durch Einlegung und verdirbt bis 50 Wirt." Im selben Jahr wird der Ort nach einem Pestausbruch durch Militär abgeriegelt. Selbst die Feldarbeit wird verboten. 65 Menschen sterben an der Pest.
1758 Am 21. Juni brennen 95 Höfe ab, darunter auch der Predigerhof. Insgesamt sind für Tartlau im 18. Jahrhundert mehrere Großbrände bezeugt.
1758 Mit Mitteln aus der Allodialkassa (Gemeinschaftskasse) der Tartlauer werden die Kirche und der Turm neu eingedeckt. Die Schindeldächer werden von Kirche und Turm entfernt und durch Ziegeldächer ersetzt.
1791 Die "Ratsstube" und eine Mädchenschule werden gebaut.
1793 Erstmals wird ein Gemeinde-Notar angestellt. Bis dahin hat der Rektor beim Tartlauer Marktamt die Schreibgeschäfte besorgt.
1831 Die Kommune Tartlau stellt Franz Navara als ersten Gemeindearzt an.
1848 Eine Cholera-Epidemie bricht aus, der viele Bürger zum Opfer fallen. Der Tartlauer Wochenmarkt darf nicht mehr abgehalten werden.
1850 Der Wassergraben um die Kirchenburg wird teilweise zugeschüttet. 1865/66 und in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts werden die übrigen Reste des Wassergrabens aufgefüllt.
1854 Die Gemeinde Tartlau erhält erneut die Genehmigung, einen Wochenmarkt abzuhalten. Vertreter von 26 ungarischen Gemeinden und der Stadt Sepsiszentgyörgy im nahen Szeklerland waren bei den Behörden vorstellig geworden und hatten darauf verwiesen, dass der Markt, der seit Menschengedenken abgehalten werde, von großer Bedeutung für die ganze Region sei.
1861 Die jahrhundertealten Grenzstreitigkeiten mit den Adligen aus der Sippe der Beldis werden mit einem Vergleich beendet.
1862 In Tartlau wird das erste Postamt eingerichtet. Josef Pichler wird der erste Postmeister des Ortes.
1867 Die erste Apotheke wird eingerichtet. Ihr Leiter und Besitzer heißt Friedrich Boltres.
1878 Der Magyarisierungsdruck in der ungarischen Hälfte der K.u.K. Monarchie treibt gelegentlich seltsame Blüten: in Tartlau werden die althergebrachten Gemeinde-Siegel mit lateinischer Inschrift abgeschafft und durch Siegel mit ungarischer Beschriftung ersetzt.
1886 Der Hauptplatz von Tartlau erstrahlt im Licht von Gaslampen.
1898 An der siebenklassigen evangelischen Volksschule unterrichtet ein Rektor, sechs Lehrer und eine Handarbeitslehrerin.
1914 Bis 1918 fallen auf österreichisch-ungarischer Seite im ersten Weltkrieg zahlreiche Tartlauer.
1917 Karl, der letzte Kaiser von Österreich, besucht die Kirchenburg. Der Tartlauer Pfarrer Karl Friedrich Hofstädter erzählt dem Kaiser von der geringen Achtung, die die Tartlauer Bauern vor Adligen hatten und gibt die Legende zum besten, wonach das Fallgitter in der Toreinfahrt nach Meinung der Bauern auf jeden falle, der gelogen habe und daher "Lügengitter" genannt werde. Der Kaiser machte daraufhin einen großen Schritt und ein Begleiter des Kaisers ließ den Pfarrer wissen, dass er solche Späße am besten unterlassen solle.
1918 Das Landwaisenhaus des Kronstädter Kirchenbezirks wird in der Kirchenburg von Tartlau eingerichtet.
1939 Teilnahme am 2. Weltkrieg
1945 Deportation nach Russland
1964 Mit Mitteln des rumänischen Staates - insgesamt 7,5 Millionen Lei - werden Kirche und Burg restauriert. Die Arbeiten dauern bis ins Jahr 1970 hinein. Als Hauptprojektantin zeichnet die Architektin Mariana Angelescu verantwortlich für die Maßnahmen. Baustellenleiter ist Alexandru Dobriceanu, Baumeister der Siebenbürger Sachse Martin Kaul aus Tartlau. Im Rahmen der Restaurierungsarbeiten werden auch archäologische Untrersuchungen durchgeführt, deren Leitung Radu Reitel innehat.
1970 Am 1. November wird die restaurierte Kirche wieder eingeweiht und erneut ihrer Bestimmung als Gotteshaus übergeben. Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Rumänien, Albert Klein (Amtszeit: 1969-1990), zelebriert den Festgottesdienst und hält die Predigt.
1989 Im Dezember kommt es zum Umsturz und der Beseitigung der kommunistischen Regierung in Rumänien. In Tartlau bleibt es ruhig, allerdings wird vor sogenannten "Terroristen" als Verbündete der Securitate gewarnt, die durch die Orte ziehen und um sich schießen. Die Gemeinde organisiert "Turmwachen" in der Kirchenburg - eine Nutzung wie in alten Zeiten. Als Folge dieser politischen Veränderungen im Land, werden die Grenzen geöffnet und die Mehrzahl der Tartlauer wandert in den darauffolgenden Jahren aus.
1990 Im Juni findet die 750-Jahr-Feier der ersten urkundlichen Erwähnung Tatlau's statt. Mehr als 70 Prozent der sächsischen Tartlauer haben zu diesem Zeitpunkt bereits Siebenbürgen verlassen und haben in Deutschland ihre zweite Heimat gefunden. Zum Jahreswechsel 1970/71 hatte die evangelische Kirchengemeinde von Tartlau noch 1997 Gläubige umfasst.
1992 Im März übernimmt die Siebenbürgisch-Säschische Stiftung mit Sitz in München die Patenschaft über die Kirchenburg Tartlau. Die Erklärung wurde im Rahmen einer Feierstunde in Anwesenheit des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesministerium des Inneren der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Horst Waffenschmidt, von Dipl.-Ing. Hans-Christian Habermann für die Siebenbürgisch-Säschische Stiftung und vom Dechanten des Kirchenbezirks Kronstadt der Evangelischen Kirche und Gemeindepfarrer von Tartlau Johann Orendi unterzeichnet. Im selben Jahr beginnen im Auftrag der Stiftung umfassende Renovierungsarbeiten an der Kirchenburg. Die Leitung hat Architekt Dr. Hermann Fabini.
1999 Die Tartlauer Kirchenburg wird als Weltkulturerbe der Menschheit auf die Liste der UNESCO aufgenommen.


Erstellt: 21. Februar 2010 - 17:40. Geändert: 21. August 2015 - 12:45.