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Kirchenburg Tartlau - UNESCO-Welterbestätte seit 1999

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Kirchenburgmuseum Tartlau

Entstehung

Die Entstehung des in der Tartlauer Kirchenburg eingerichteten Museums ist untrennbar mit dem Namen Herta Wilk, der 1992 verstorbenen Pflegerin siebenbürgisch-sächsischer Volkskunst, verbunden. Grundlage des Museums bildeten die von ihr hinterlassenen Exponate. Hinzu kamen Exponate von Tartlauer Haushalten.

Kirchenburgmuseum Tartlau. Foto: Archiv Orendi.

Auf Initiative des damaligen Ortspfarrers Johann Orendi wurde das Museum 1990 eingerichtet. Dieses erfolgte unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Kriterien durch die Museologin und Leiterin des Ethnographischen Museums Kronstadt, Dr. Ligia Fulga.

Die Eröffnung und Einweihung erfolgte an der 750-Jahrfeier der Gemeinde Tartlau, am Pfingstsonntag des Jahres 1990.

Ausstattung

Zu sehen ist ein Wohn-/Schlafzimmer mit Prunkbett, Brautbett, Truhen, Esstisch mit Stühlen, Wandschrank sowie Krüge, Geschirr, Lampe, gestickte Vorhänge, Webstuhl und Spinnrad. Ausstellung der Burzenländer Bauernfesttracht : der Männer-, Frauen- und Mädchentracht in Vitrinen.

In einem zweiten Raum werden Teile des siebenbürgisch-sächsischen Hausrats ausgestellt: Backzubehör, Pfannen, Töpfe, Baumstriezelbaum.

Ein dritter Raum ist Waffenzimmer und Ausstellung landwirtschaftlicher Geräte (Geräte zur Hanfherstellung), Hausgegenstände (Axt, Schaufel, Spul- und Spinnräder, Truhenbank u.a.).

Neue Möglichkeiten eröffneten sich für den Ausbau des Museums, nachdem die Siebenbürgisch-Sächsische Stiftung im März 1992 die Patenschaft für die Kirchenburg Tartlau übernommen hatte.

Rettung und Sicherung erhaltenswerter beweglicher Kulturgüter, eine wichtige Aufgabe um "siebenbürgisches Kulturerbe am Leben zu erhalten", der sich die Siebenbürgisch-Sächsische Stiftung gleich nach der politischen Wende 1989 stellt.

Die Stiftung finanzierte den gezielten Ankauf repräsentativer musealer Objekte von Dorfbewohnern (Heimtextilien, Trachten und Hausrat). Aus mehr als 80 Gemeinden konnte somit bedrohtes Kulturgut gesichert, in mehreren Sammelstellen (Kerz, Urwegen, Meeburg, Halvelagen, Henndorf) gelagert werden, um es vor Diebstahl und Vandalismus zu schützen.

Als hier, angesichts zunehmender Einbrüche, deren Sicherheit nicht mehr gewährleistet war, erhielt die Kirchenburg Tartlau eine neue Bestimmung als zentrales Sammellager für bewegliches Kulturgut aus dem sächsischen Siedlungsgebiet.

Die erworbenen Gegenstände bleiben Stiftungseigentum und wurden dem Kirchenburgmuseum Tartlau als Leihgabe übergeben.

Die Kirchengemeinde und die Siebenbürgisch-Sächsische Stiftung bemühten sich um eine Erweiterung des Museums und attraktivere Präsentation als auch um einen optimalen Zugang für die Besucher (geregelte Öffnungszeiten und angebotene Führungen).

So enstanden die Ausstellungsabschnitte: "Geräte für den Wein- und Obstbau" (Pressbalkenkelter aus Kleinprobstdorf, Spindelkelter aus Urwegen, Quetschmühle für Obst, Schraubenpresse aus dem Burzenland), "Dorfschmiede aus Taterloch", "Handwerksgerät für die Hanfverarbeitung" (Spannkarren, vierhakige Seilschlagmaschine mit Lehren (Leithölzern) aus Hamruden), landwirtschaftliche Geräte.

Auf dem Weg zum Wehrgang dienen einige Kammern im Obergeschoß der Präsentation einer Bauernwohnstube (gefasste Möbel aus Urwegen, "Almereien" (Wandnischenschränke), "Krügelrähmchen" aus Nordsiebenbürgen und der Repser Gegend, Gebrauchs- und Zierkeramik, Einzelkacheln).

Der aus Urwegen stammende große "doppelte" Webstuhl wurde zusammen mit den Geräten für Spinnen, Spulen und Haspeln aufgestellt.

Die "Alte Schule" mit ihren Fresken aus dem 17./18. Jahrhundert stellt eine weitere Attraktion dar.



Autor: Kordula E. Orendi

Erstellt: 28. Januar 2010 - 20:49. Geändert: 21. Februar 2010 - 17:27.